
CD Review of Black And White

by
Jürgen Bauerochse on
www.rocktimes.de
Nach vier selbst produzierten Studio-Alben, die
bisher allesamt leider nur über Import bzw. bei Konzerten zu bekommen
sind, und einem hervorragenden
Live-Mitschnitt
meldet sich der englische Gitarrist und Sänger Danny Bryant samt
RedEyeBand mit seinem brandneuen Silberling mit Namen "Black And
White" bei seinen Fans zurück.
Nachdem er in der jüngeren Vergangenheit fast
pausenlos auf Tour kreuz und quer durch Europa war, dürfte sich seine
Anhängerschaft inzwischen merklich vergrößert haben, denn wer den jungen
Mann einmal live erlebt hat, den wird seine Musik nicht mehr so schnell
loslassen. Egal, ob als Support für
Walter Trout,
oder auch als
Headliner,
Danny Bryant's RedEyeBand ließen es immer richtig krachen.
Außerdem zeichnet sich die Gruppe durch eine
ungeheure Energie und Konditionsstärke aus, denn auch zum
Erscheinungstermin von "Black And White" ist sie schon wieder auf Achse,
sodass sich Teile der RockTimes-Redaktion (inkl.
des Rezensenten) die entsprechenden Daten rot im Kalender angestrichen
und als Pflichtkonzert gekennzeichnet haben. Weiß der Geier, wie es
Danny dazwischen noch geschafft hat, die Songs für die neue Scheibe
zu schreiben.
Nun aber zum Album selbst. Ganz zweifelsfrei habe
ich hier einen heißen Favoriten für den nächsten Jahresrückblick in den
Händen. Fast wie ein Virus wirken die zehn, wie schon erwähnt, selbst
geschriebenen Songs vom ersten Ton an richtig ansteckend. Diese
knalligen Gitarrensounds zu den teilweise extrem verschleppten Rhythmen
bringen den Zuhörer fast um den Verstand.
Wer auf vertrackte, komplizierte Klangfolgen
steht, der sollte diese CD gar nicht erst in den Player schieben,
sondern lieber gleich in die Tonne kloppen, denn für diesen
Musikgeschmack ist auf "Black And White" mit Sicherheit kein einziger
Ton dabei. Hier sind Power, Gradlinigkeit und Schwung angesagt. Etwas
Anderes zählt nicht. Außerdem spielt sich das Ganze auf einem sehr hohen
musikalischen Level ab. Dannys Gitarre mit seinen glasklaren
Tönen, gepaart mit einem intensiven Blues-Feeling, lassen mich bei jedem
Hördurchgang wohlig erschaudern. Zudem verfügt er über eine
beeindruckende Stimme, die wie geschaffen ist, für diese Musik.
Doch es geht auch anders. Das beweist der letzte
Songs des Albums, denn hier befindet sich der Titelsong. Und das ist ein
Akustik-Blues in Reinkultur. Ganz im Stile der alten Blues-Legenden
lässt Danny im Alleingang den Silberling ausklingen. Ganz großes
Kino, wie er auch diese leiseren Töne beherrscht.
Die anderen neun Titel bewegen sich aber auf dem
erwarteten Terrain, bieten aber trotzdem eine enorme Vielseitigkeit. Die
eingespielte Rhythmus-Sektion um Dannys Vater Ken am Bass
und dem Drummer Trevor Barr lassen die Boxen vibrieren, und
Danny nutzt seine Freiheiten in allen Facetten bis ins Letzte aus.
In einigen Passagen kommt die akustische Gitarre mal kurz zum Einsatz,
ansonsten dominiert aber die Stromgitarre mit ihren zahlreichen Effekten.
Bei dieser CD möchte ich übrigens ganz bewusst
keinen Anspieltipp abgeben, denn jeder einzelne Song an sich ist schon
saustark, doch wird erst in der Gesamtheit der einzelnen Musikstücke ein
Super-Album daraus.
Danny Bryant's RedEyeBand ist es mit dieser
Arbeit perfekt gelungen, den rohen ungeschliffenen Sound der
Liveauftritte auf einer Studio-CD einzufangen, und das ist ja nun weiß
Gott nicht selbstverständlich und gelingt nicht vielen Bands.
Ohne mich zu weit aus dem Fenster zu lehnen, bin
ich mir ganz sicher, dass "Black And White" zu einem Meilenstein in
Sachen Blues Rock werden kann. Danny Bryant und seine Mitstreiter
werden sich in kurzer Zeit ganz oben in der Szene wiederfinden, und das
haben sie auch verdient.
Absolute Kaufempfehlung, am Besten in Verbindung
mit einem Konzertbesuch!
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